open decision

Ein quelloffenes Expertensystem für die gemeinnützige Rechtsberatung

Open Decision ist ein quelloffenes Expertensystem, mit dem Expert*innen ihr Wissen für eine Vielzahl von Menschen in einem einfachen Frage-Antwort-Schema zugänglich machen können. Ganz ohne Programmierkenntnisse kann eine Abfrage als Entscheidungsbaum entworfen werden. Jede Astgabelung ist dabei eine Frage zum konkreten Sachverhalt und jeder Ast führt am Ende zu einer konkreten Information oder Weiterleitung. Diese Abfrage kann nun an gewünschter Stelle, etwa auf der Webseite der Expertin eingebunden werden. Die Zielgruppe kann sich nun durch die Fragen klicken und erhält automatisch die für sie passende Information. Das Programm wird vorrangig für die gemeinnützige Verbraucherberatung entwickelt, allerdings kann damit jede Art von Entscheidungsprozess modelliert werden.
Open Decision wird die erste universell einsetzbare Software, die nachhaltig zur Erstellung von Nutzerabfragen verwendet werden kann. Aufgrund der unverschlüsselten Datenstruktur und der frei verfügbaren Software können die Expert*innen auf die erstellten Entscheidungsprozesse vollständig und zeitlich unbegrenzt zugreifen.


Aktuelles

Diese Webseite wird im nächsten Monat ein umfassendes Update erfahren. Dann kann hier auf eine funktionsfähige Demo zugegriffen werden.

März 2020

Nachdem sich einige für eine Mitarbeit interessiert haben, haben wir das Projekt jetzt für eine Open-Source-Entwicklung fit gemacht: wir haben den Code aufgeräumt, GitHub nach den Community Standards aktualisiert und erste Issues erstellt. Wir laden euch alle herzlich dazu ein, uns auf dieser Reise zu begleiten und bedanken uns für euer Interesse und Engagement! Informationen zur Mitarbeit findet Ihr unter Mitmachen.

Dezember 2019

Ein Beitrag über das Projekt ist in der REthinking: Tax erscheinen, indem wir sowohl über das Projekt als auch über mögliche Auswirkungen sprechen.

November 2019

Wir konnten mit open decision bei der Hogan Lovells Legal Tech Competition 2019 den zweiten Platz belegen!

September 2019

Wir haben in der REthinking: Law einen Beitrag über unsere Idee veröffentlicht.

Mai 2019

Die Plattform

Übersicht

Unsere Plattform ist in zwei Module aufgeteilt. Der Builder bietet eine einfache Weboberfläche zur Erstellung von Entscheidungsbäumen. Das Gegenstück dazu ist der Interpreter, der die Entscheidungsbäume für den Endnutzer darstellt. Die Darstellung kann auf verschiedenen Kanälen, online, per App oder in Chat-Bots erfolgen. Die Kommunikation zwischen Builder und Interpreter läuft über ein standardisiertes Datenformat ab.

Builder

Der Builder agiert als Übersetzer des juristischen Gedankenguts in ein einheitliches, maschinell lesbares Datenformat. Es ist also essentiell, dass dieser Prozess möglichst ohne Reibungen abläuft. Eine simple und intuitive Bedienbarkeit steht daher bei der Entwicklung im Vordergrund, um auch nicht IT-affinen Juristen die Erstellung von Inhalten zu ermöglichen. Mit einem einfachen Interface können Entscheidungsbäume visuell durch Drag & Drop erstellt werden. Die fertigen Entscheidungsbäume werden nach einer automatisierten Qualitätskontrolle bei Bedarf für eine manuelle Überprüfung durch Dritte (Volljurist*innen) aufbereitet, um höchste Qualitätsstandards zu gewährleisten.

Interpreter

Um einen niedrigschwelligen Zugang zu gewährleisten, bieten wir eine simple Benutzeroberfläche auf einer Vielzahl von Kanälen an. Intern haben wir bereits eine Webseite und einen Chat-Bot für den Messenger-Dienst Telegram erfolgreich in Betrieb. Geplant sind verschiedene Chat-Bots und eine eigene mobile App. Der Aufbau soll dabei plattformübergreifend in einem einheitlichen und übersichtlichen Schema erfolgen: Aus einem Katalog wählt der Verbraucher zunächst das passende Problem aus. Das Programm beginnt daraufhin mit der Abfrage des Sachverhalts, welche dem jeweils dahinterstehenden Entscheidungsbaum entspricht. Nach einer möglichst geringen Anzahl an Fragen erhält der Nutzer eine Zusammenstellung von Informationen, Weiterleitungen und ggf. Musterschreiben zu seinem konkret ermittelten Fall.

Datenstruktur

Die Kommunikation zwischen Builder und Interpreter basiert auf einem offenen JSON-Standard. Das Datenformat ist offen dokumentiert und kann auf verschiedenen Plattformen eingelesen werden. Da das gesamte "juristische Kapital", also die komplexe Aufbereitung von Rechtsproblemen in Entscheidungsstrukturen, in diesem Datenformat gespeichert wird, muss dieses hohen Anforderungen entsprechen. Wir gewährleisten deshalb vollen, unverschlüsselten Zugriff durch die Ersteller und volle Kompatibilität mit zukünftigen Versionen des Builders/Interpreters.

Programmiersprachen & Tools

Front- und Back-End des der Builders basieren derzeit auf dem Python-Webframework Django, Bootstrap und jQuery. Die Webseite und die Mobile Apps werden für das Front-End React respektive React Natice verwenden. Der Telegram-Bot verwendet python-telegram-bot.


Mitmachen

Wir wollen ein offenes Legal-Tech-Ökosystem entwickeln, das einen möglichst großen Mehrwert generiert. Wir freuen uns daher über jedes Interesse zur Mitarbeit, über Rückmeldungen, Tipps und Kritik.

Die Entwicklung wird über GitHub koordiniert.

Die Kommunikation läuft über unseren Slack Channel.

Fragen und Anmerkungen gerne jederzeit an aaron.rothmann@gmail.com.