open decision

Ein quelloffenes System zur Entscheidungs­automatisierung

Mit dem Projekt open decision soll eine Open-Source-Plattform zur Entscheidungsautomatisierung geschaffen werden. Mittels einer intuitiven Weboberfläche können Experten spezifische Fragestellungen in komplexe Entscheidungsbäume aufbereiten. Diese können in ein offenes Datenformat exportiert und Nutzern online oder per App in Form einer Abfrage präsentiert werden. Die Nutzer beantworten zielgerichtete Fragen und erhalten daraufhin schnell eine zuverlässige Lösung ihres Problems. open decision wird die erste universell einsetzbare Software, die nachhaltig zur Erstellung von Nutzerabfragen verwendet werden kann. Aufgrund der unverschlüsselten Datenstruktur und der frei verfügbaren Software können die Experten auf die erstellten Entscheidungsprozesse vollständig und zeitlich unbegrenzt zugreifen. Wir entwickeln die Plattform vorrangig für die pro bono-Rechtsberatung, allerdings kann potentiell jede Art von Entscheidungsprozess modelliert werden.
Disclaimer: Wir verzichten auf dieser Webseite auf eine Doppelnennung der Geschlechter, um den Lesefluss nicht zu beeinträchtigen. Die auf dieser Webseite (und in sonstigen Veröffentlichungen) gewählte männliche Form bezieht sich immer zugleich auf weibliche, männliche und anderweitige Geschlechteridentitäten. Wir regen dazu an, eine geschlechterbewusste Sprache zu verwenden, um stereotypischen Rollenbildern entgegenzuwirken.


Aktuelles

Nachdem sich einige für eine Mitarbeit interessiert haben, haben wir das Projekt jetzt für eine Open-Source-Entwicklung fit gemacht: wir haben den Code aufgeräumt, GitHub nach den Community Standards aktualisiert und erste Issues erstellt. Auch wenn sicherlich noch nicht alles perfekt ist, sollte eine Zusammenarbeit jetzt möglich sein. In den nächsten Tagen werden wir weiterhin daran arbeiten, die letzten Schwierigkeiten auszubügeln. Wir laden euch alle herzlich dazu ein, uns auf dieser Reise zu begleiten und bedanken uns für euer Interesse und Engagement! Informationen zur Mitarbeit findet Ihr unter Mitmachen.

Dezember 2019

In Kürze wird ein Beitrag von uns in der REthinking: Tax erscheinen, indem wir sowohl über das Projekt als auch über mögliche Auswirkungen sprechen.

November 2019

Wir konnten mit open decision bei der Hogan Lovells Legal Tech Competition 2019 den zweiten Platz belegen!

September 2019

Die Plattform

Entwicklungsstand - November 2019

Die Software ist grundsätzlich funktionstüchtig. Entscheidungsbäume lassen sich im Builder erstellen und in den Interpreter importieren. Ein erster automatisierter Prüfmechanismus der Entscheidungsbäume ist implementiert.

Übersicht

Unsere Plattform ist in zwei Module aufgeteilt. Der Builder bietet eine einfache Weboberfläche zur Erstellung von Entscheidungsbäumen. Das Gegenstück dazu ist der Interpreter, der die Entscheidungsbäume für den Endnutzer darstellt. Die Darstellung kann auf verschiedenen Kanälen, online, per App oder in Chat-Bots erfolgen. Die Kommunikation zwischen Builder und Interpreter läuft über ein standardisiertes Datenformat ab.

Builder

Der Builder agiert als Übersetzer des juristischen Gedankenguts in ein einheitliches, maschinell lesbares Datenformat. Es ist also essentiell, dass dieser Prozess möglichst ohne Reibungen abläuft. Eine simple und intuitive Bedienbarkeit steht daher bei der Entwicklung im Vordergrund, um auch nicht IT-affinen Juristen die Erstellung von Inhalten zu ermöglichen. Mit einem einfachen Interface können Entscheidungsbäume visuell durch Drag & Drop erstellt werden. Die fertigen Entscheidungsbäume werden nach einer automatisierten Qualitätskontrolle bei Bedarf für eine manuelle Überprüfung durch Experten (Volljuristen) aufbereitet, um höchste Qualitätsstandards zu gewährleisten.

Interpreter

Um einen niedrigschwelligen Zugang zu gewährleisten, bieten wir eine simple Benutzeroberfläche auf einer Vielzahl von Kanälen an. Intern haben wir bereits eine Webseite und einen Chat-Bot für den Messenger-Dienst Telegram erfolgreich in Betrieb. Geplant sind verschiedene Chat-Bots und eine eigene mobile App. Der Aufbau soll dabei plattformübergreifend in einem einheitlichen und übersichtlichen Schema erfolgen: Aus einem Katalog wählt der Verbraucher zunächst das passende Problem aus. Das Programm beginnt daraufhin mit der Abfrage des Sachverhalts, welche dem jeweils dahinterstehenden Entscheidungsbaum entspricht. Nach einer möglichst geringen Anzahl an Fragen erhält der Nutzer eine Zusammenstellung von Informationen, Weiterleitungen und ggf. Musterschreiben zu seinem konkret ermittelten Fall.

Datenstruktur

Die Kommunikation zwischen Builder und Interpreter basiert auf einem offenen JSON-Standard. Das Datenformat ist offen dokumentiert und kann auf verschiedenen Plattformen eingelesen werden. Da das gesamte "juristische Kapital", also die komplexe Aufbereitung von Rechtsproblemen in Entscheidungsstrukturen, in diesem Datenformat gespeichert wird, muss dieses hohen Anforderungen entsprechen. Wir gewährleisten deshalb vollen, unverschlüsselten Zugriff durch die Ersteller und volle Kompatibilität mit zukünftigen Versionen des Builders/Interpreters.

Programmiersprachen & Tools

Front- und Back-End des der Builders basieren derzeit auf dem Python-Webframework Django, Bootstrap und jQuery. Die Webseite und die Mobile Apps werden für das Front-End React respektive React Natice verwenden. Der Telegram-Bot verwendet python-telegram-bot.


Über uns

Aaron Rothmann

... studiert Jura mit Schwerpunkt auf Digitalisierung, Vertrag- und Wettbewerbsrecht an der Humboldt Universität zu Berlin. Er ist neben dem Projekt als Vorstandsmitglied des Humboldt Moot Club e.V. tätig und coacht erfolgreich Teams der Humboldt Universität bei Moot Court Wettbewerben. Er arbeitet am Lehrstuhl von Prof. Dr. Heike Schweitzer, LL.M. (Yale) und forscht an den Herausforderungen der Digitalisierung für das Recht. Aaron engagiert sich besonders für die Etablierung von Legal Tech an deutschen Universitäten.




Finn Schädlich

... studiert Jura mit Fokus auf Legal Tech und Digitalrecht an der Humboldt-Universität zu Berlin und am King's College London. Er entwickelt Software in Python und JavaScript, ist Mitgründer eines Blockchain-Start-Up und arbeitet in der Digitalrechtskanzlei iRights.law. Er ist netzpolitisch u.a. als Mitglied der Leitungsgruppe von Creative Commons Deutschland aktiv, unterstützt die CDU/CSU-Bundestagsfraktion im Bereich der Digitalpolitik und wird von der Studienstiftung des deutschen Volkes gefördert.


Mitmachen

Wir wollen ein offenes Legal-Tech-Ökosystem entwickeln, das einen möglichst großen Mehrwert generiert. Wir freuen uns daher über jedes Interesse zur Mitarbeit, über Rückmeldungen, Tipps und Kritik.

Die code-bezogene Arbeit wird über GitHub koordiniert.

Die nicht-code-bezogene Arbeit wird über Trello koordiniert.

Die Kommunikation läuft über unseren Slack Channel.

Fragen und Anmerkungen gerne jederzeit an aaron.rothmann@gmail.com.